Wieder kreatives Leben in der Mühle

Wer am vergangenen Wochenende den Weg an der Zainhammermühle entlang spazierte, konnte nach langer Zeit ungewohnte Geräusche aus ihrem Inneren vernehmen. Nach der Winterpause und dem sich unmittelbar anschließenden „Corona-Lockdown“ geht es nun wieder bergauf und die ersten vorsichtigen künstlerischen Aktivitäten nehmen Fahrt auf. So hatte der Holzkünstler Max Herrmann zu einem dreitägigen Holzschnitzkurs eingeladen. Da die Mühle zur Zeit teilweise eine Baustelle und der Bankraum in dem die Werkbänke stehen leider nicht zugänglich ist, machte man „aus der Not eine Tugend“. Man platzierte die Kursteilnehmer auf mehreren Etagen im geräumigen Treppenhaus. Das entpuppte sich irgendwie sogar als Vorteil, zumindest in Sachen Abstand halten. Jeder Teilnehmer hatte nun seine eigene Nische wo er ungestört seinem Vorhaben nachgehen konnte. Alle hatten sich eine Vorlage als Miniatur oder ein Bild mitgebracht, Einige die kleinen Objekte sogar selbst modelliert um schon mal ein Gefühl für die Figur zu bekommen. Dann ging es munter ans Werk. Die Wahl der Werkzeuge fiel diesmal auf Schreinerhammer und Stemmeisen, so wie schon in längst vergangenen Zeiten gearbeitet wurde. Dadurch bekam manch unbedarfter Teilnehmer eine Vorstellung, welche Arbeit und Mühe es kostet, dem Holz in Handarbeit eine solche Figur abzuringen.
Parallel zum Schaffen der Holzschnitzer gab es aber noch mehr in der Mühle zu erleben und zu sehen. Die Ausstellung „Mein Blau“ von Ben Kamberi und Klaus Deutsch öffnete am Nachmittag ihre Pforten. Im Mühlengarten hatten die „Schwärzebäcker“ den Ofen angeheizt und leckeres Brot wurde bald aus der Glut gezogen. Martin, der gute Geist der Mühle, war mit einigen interessierten Gästen zu einer Führung durch die alten Gemäuer verabredet. Zuerst wurde den aufmerksam Zuhörenden theoretisches Wissen über die Geschichte der Mühle vermittelt. Dann machte man sich auf die beschriebenen Dinge hautnah zu erleben, aber nicht ohne sich vorher mit einem Snack der „Schwärzebäcker“ gestärkt zu haben. Es war ja Mittagszeit und auch der Schnitzkurs nahm diese Gelegenheit wahr. Nach der Führung bei der die Teilnehmer die Mühle in Augenschein nahmen, kamen sie auch in den Genuss der Ausstellung und konnten den Holzkünstlern über die Schulter schauen. Selbstverständlich unter Einhaltung des gebotenen Abstandes. Zum Schluss fand man sich noch einmal im Mühlengarten zu einem leckeren Stück Kuchen und einer Tasse Kaffee ein. Offensichtlich hat es Allen sehr gefallen und einer Fortsetzung solcher Zusammenkünfte sollte nichts im Wege stehen.